Mobbing in der Schule immer dramatischer


mobbing-in-der-schuleViele Erwachsene von heute kennen das Problem des Mobbings in der Schule kaum oder gar nicht. Wurden früher Schüler ausgegrenzt, weil sie vielleicht weniger intelligent waren oder sich nicht sozial genug zeigten, sind die Gründe heute vielfältiger - und damit das Mobbing weitaus häufiger. Dabei werden die Kinder nicht nur sozial ausgegrenzt, sondern sie werden oftmals verbal oder tätlich schikaniert und angegriffen. Gerade in den Großstädten zeigt sich das Problem deutlich und leider nur allzu oft in Gewalt.

Gefährdet sind vor allem die Kinder, die sich nicht wie der Durchschnitt zeigen, die kleiner oder größer sind, die sich ängstlich oder schüchtern zeigen, die übergewichtig sind oder die selbst aggressiv sind. Zunehmend zeigt sich das Mobbing in der Schule gegenüber Kindern, die beispielsweise keine Markenkleidung tragen oder die nicht "schick" genug gekleidet sind. Die Opfer sehen sich dem Problem gegenüber, dass ihr Ansehen gezielt beschädigt wird oder dass sie mit anderen Kindern und Schülern nicht mehr kommunizieren können. Und, wie bereits erwähnt, nicht selten kommt es zu körperlichen Übergriffen auf das Kind. Gerade Angehörige ethnischer Minderheiten laufen Gefahr, gemobbt zu werden. Einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es allerdings nicht.

Diejenigen, die für das Mobbing in der Schule verantwortlich sind, zeigen eine deutlich erhöhte Gewaltbereitschaft, wobei sich ihre Gewaltausbrüche häufig nicht nur gegen Schüler zeigen, sondern auch gegen Lehrer oder andere Erwachsene. Oftmals sind die Täter überdurchschnittlich selbstbewusst. Studien haben ergeben, dass es nicht an eigener Angst oder an mangelndem Vertrauen liegt, wenn Kinder zu Tätern werden. Wer unsicher ist, wird eher zum Zuschauer, als zum Täter.

Ein Problem des Mobbings in der Schule ist, dass die Täter häufig noch zu jung sind (unter 14 Jahre) und damit keine rechtlichen Schritte gegen sie eingeleitet werden können. Dem Opfer hingegen bleibt häufig nichts anderes übrig, als die Schule zu wechseln. Insofern wird das Opfer auch noch bestraft, während der Täter für seine Angriffe mit dem Erfolg belohnt wird.

Folgen für das Opfer zeigen sich in erster Linie psychisch. Traumata können die Folge sein. Viele Opfer werden auch selbst gewaltbereiter, das zeigt sich allerdings häufig erst Jahre später, wie beispielsweise in Amokläufen, die in jüngster Vergangenheit geschehen sind und die mit früherem Mobbing in der Schule in Zusammenhang gebracht werden konnten.

Weiterführende Informationen:
http://www.schueler-gegen-mobbing.de/
http://www.schueler-mobbing.de/
http://mobbing-schluss-damit.de/

Foto: merze-merze / photocase.com