Markenwahn bei Jugendlichen


"Kleider machen Leute", so lautet ein sehr bekanntes Sprichwort. In heutigen Zeit würde das Sprichwort in folgender, abgewandelter Form vermutlich aber noch etwas besser passen: "Marken machen Leute". Zumindest ist dies der Eindruck, den uns viele Jugendliche heutzutage vermitteln.

Woher kommt der Markenwahn?
In der Schule geht es für viele Kinder darum, gemocht zu werden und dazu zu gehören. Die beliebten Kinder und Jugendlichen stellen dabei ihre eigenen Regeln auf, wer zu den "coolen" dazu gehören darf. Dies wird an vielen, irrationalen Faktoren festgemacht. Häufig zählen zu diesen Faktoren Verhaltensweisen wie etwa das (heimliche) Rauchen von Zigaretten, dem seit Jahrzehnten ein besonders hoher Stellenwert zugerechnet wird, wenn es um Coolness geht. Aber auch Aussehen und Kleidung spielen zentrale Rollen.

"Meine Jacke is' von Patrizia Pepe, die war teurer als deine ganzen Klamotten zusammen!" - Wer mit billigen Klamotten aus den Discountern kommt, wird von vorneherein ausgeschlossen. Jugendliche können in dieser Beziehung härter sein als jeder Personaler im Arbeitsleben.

Um dazu zu gehören müssen teure Sachen her, möglichst in allen Lebensbereichen. Für ärmere Familien ist dies undenkbar: Markenschuhe beispielsweise überschreiten die 100,- Euro Marke schnell. Doch bei Jugendlichen sind Schuhe Verschleißmaterial. Ähnlich sieht es mit den Hosen und Oberteilen aus. Dabei müssen die Kleidungsstücke und Schuhe nicht unbedingt schön sein. "Schön" ist, was teuer war und ein großes, bekanntes Emblem trägt.

Wie entkommt man dem Markenwahn?
Respekt bekommt, wer sich Respekt verschafft. Es ist selbstverständlich keine leichte Aufgabe, sich ohne diese Hilfsmittel in der Welt der Einfältigen einen Platz zu schaffen und respektiert zu werden. Dennoch ist immer wieder zu beobachten, dass dies Teenies gelingt. Sei es durch den Zugang zu echten Freunden oder durch besondere Ausstrahlung, Charisma. Ein gutes Selbstvertrauen und das richtige Auftreten lassen den Kleidungskodex schnell vergessen sein. Vor allem besonders sportlichen oder schlagfertigen Schülern gelingt dieser Sprung.

Was tun Eltern am besten?
Eltern sollten Ihren Kindern schon früh die richtigen Werte beibringen. Kindern, denen seit Jahren klar ist wie die meisten Menschen ticken, können dem leichter und gezielter entgegenwirken und ihren eigenen Standpunkt besser vertreten.

Solide, ausgeprägte Charakter werden nämlich in der Regel respektiert, egal ob sie sich Regelkonform verhalten oder kleiden. Viele Gruppierungen sehnen sich genau nach solchen Individuen.

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