Jugendliche lesen immer weniger: Was tun gegen den Verlust der Leselust?


Jugendliche in Deutschland lassen die wahre Lesefreude immer mehr vermissen: Studien belegen gar, dass nach dem Schulalter jeder vierte Bundesbürger sogar gar kein Buch mehr in die Hand nimmt. Außerdem wird ein neuer Trend beobachtet, bei dem die Texte nur noch überflogen werden. Lese-Zapping wird das von Fachleuten genannt.

Lesen und Migranten
Häufig wird das Lesen im Zusammenhang mit der Debatte um und über Migranten gesehen. Doch die Stiftung Lesen ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Migranten und deren Kinder ebenso häufig zum Buch greifen wie der deutsche Durchschnitt der Bevölkerung. Das Bildungspotenzial dieser Bevölkerungsgruppe ist damit enorm. Doch zuerst einmal muss die nötige Sprachkompetenz vermittelt werden, denn mit ihr geht die Leseförderung einher.

Unterschiedliche Vorlieben
Männer und Frauen haben unterschiedliche Vorlieben, was das Lesen betrifft. Männer können sich Umfragen zufolge nur zu rund 19 Prozent mit belletristischen Werken anfreunden, sie schmökern eher in Fachliteratur. Frauen hingegen wählen ebenso gern Romane und Erzählungen wie Sachbücher zum Lesen.
Jugendliche finden Bücher genauso wichtig wie die Generation 50+. Dennoch erklären heute viele Jugendliche, dass sie als Kind zu keinem Anlass ein Buch geschenkt bekommen hätten.
Vielleser, die mehr als 50 Bücher pro Jahr "verbrauchen", sind mit nur drei Prozent der Leser in der deutlichen Minderheit. Auch die Zahl der Gelegenheitsleser wird immer geringer.

Lese-Zapping und elektronische Bücher
Der Trend, Bücher einfach zu überfliegen, hält jedoch ungebrochen an. Außerdem steigt die Nachfrage nach elektronischen Büchern. Vor allem Männer, Jugendliche und Gebildete können sich vorstellen, künftig eher ein E-Book in die Hand zu nehmen. Wahrscheinlich ist das auch der Weg, wie Jugendliche wieder an neuen Lesestoff herangeführt werden können und wie ihr Interesse für das Lesen geweckt werden kann. Auch wenn die Mehrheit der Menschen nicht auf gedruckte Bücher verzichten möchte, sind elektronische Bücher doch für viele Jugendliche die erste Wahl. Auffällig ist jedoch, dass viele Menschen angeben, sie würden sich beim Lesen von E-Books eher verzetteln, weil sie den angebotenen Links folgen würden. Außerdem werden Printmedien häufig als glaubwürdiger bezeichnet. Dennoch sind multimediale Angebote mit Sicherheit eine gute Möglichkeit, Kinder und Jugendliche überhaupt für das Lesen zu begeistern.

Foto 1: Rolf van Melis / pixelio.de ; Foto 2: Julien Christ / pixelio.de