Jugendarmut in Deutschland


jugendarmut-kinderarmut-deutschlandDie Armutsquote ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Heute gilt jeder siebte Einwohner in Deutschland als arm, wobei jeder fünfte davon ein Jugendlicher ist. Bemerkenswert ist dabei das Ost-West-Gefälle. Denn im Osten von Deutschland ist es sogar jeder dritte Jugendliche, der unter die Armutsgrenze fällt. Als Hauptursache für die Armut wird die Arbeitslosigkeit gesehen, wobei auch das Problem der Migration nicht vergessen werden darf. Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien gelten überdurchschnittlich häufig als arm, was zum Teil mit dem sprachlichen Verständnisproblem, zum Teil mit der Arbeitslosigkeit der Eltern zu tun hat. Kinder der Eltern, die von Hartz IV leben müssen, sind häufiger von Armut bedroht oder leben bereits in einer solchen. Hier ist allerdings ein Kreislauf zu erkennen. Die Kinder der Eltern, die von Sozialhilfe leben, bringen es selbst weniger häufig zu einem guten oder sehr guten Schulabschluss, haben keine gute Ausbildung und bekommen selbst einen schlechter bezahlten Job. Daraus geht hervor, dass ihre Kinder wiederum in Armut aufwachsen werden. Natürlich ist es möglich, diesen Kreislauf zu durchbrechen, allerdings ist es schwer und es kommen verschiedene Erschwernisse hinzu. Werden die ohnehin vorhandenen Probleme noch durch kulturelle Hindernisse erschwert, ist es ohne Hilfe von außen fast unmöglich, aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen.

Nun ist es aber nicht unmöglich, auszubrechen. Wer alles daran setzt, mit einer guten Schulbildung einen Abschluss zu bekommen und sich beruflich bildet, kann aus der Armut ausbrechen. Allerdings haben viele Jugendliche kaum eine Chance dazu. Statistisch gesehen sind es vor allem die Kinder und Jugendlichen in der Großstadt, die unter Armut leiden. Jugendarmut scheint ein städtisches Problem zu sein. Die größte Gefahr, an Jugendarmut zu leiden, zeigt sich in Berlin, diesem Schmelztiegel der unterschiedlichen Kulturen. Die Stadt ist für alles und jeden offen, allerdings auch für die Probleme.
Als weiterer Grund für die Jugendarmut wird häufig mangelnde soziale Integration angesehen. Wer auf ein sicheres soziales Netzwerk bauen kann und sich hier gut aufgehoben fühlt, ist besser motiviert und setzt einiges mehr daran, aus seinem Leben etwas zu machen. Denn auch wenn die Situation des Elternhauses ausschlaggebend für die Jugendarmut sein mag, können die Jugendlichen auch aktiv etwas dagegen tun.

Weiterführende Informationen:
http://www.jugendarmut.info/kampagne
http://jugend-armut.de/
https://www.drk.de/alt/jrk/unterrichtsmaterialien/kinder_jugendarmut/UE%202003-Inhalt.pdf

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