Jugend wählt: Wählen ab 16 – Pro & Contra


waehlen-ab-16Soziologen gehen davon aus, dass es für Jugendliche spätestens ab 14 kein Problem sein dürfte, den Wahlvorgang zu verstehen, daher sollte das Wählen mit 16 durchaus normal sein. Mit 16 seien die Jugendlichen heutzutage erwachsen genug, die Zusammenhänge zu begreifen. Schließlich könnte niemand mehr davon ausgehen, dass die Jugendlichen erst so spät erwachsen und verantwortungsbewusst seien, wie vor einigen Jahrzehnten.

Als großes Pro wird des Weiteren angesehen, dass die Jugendlichen, wenn sie früher in die Politik mit einbezogen würden, auch später größeres Interesse daran hätten, sich politisch zu engagieren. Immerhin ist der Anteil der jüngeren Politikbegeisterten doch verschwindend gering. Eventuell ginge damit auch ein größeres Interesse an allgemeinen Problemen einher. Wer mit in die Entscheidungsprozesse einbezogen wird, würde schon bald mehr Recht auf Mitbestimmung fordern. Dies würde auf Dauer gesehen die Politik unterstützen und sich auch in anderen Bereichen positiv zeigen, so im Umweltschutz oder auf sozialen Ebenen. Durch das Wählen mit 16 könnten die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit gefördert werden.

Gegen das Wählen mit 16 sprechen sich aber ebenso viele Stimmen aus. So geht es darum, dass die Jugendlichen in die Verantwortung erst hinein wachsen sollten. Während sie eine kommunale Mündigkeit mit 16 haben könnten, sollte die Gesetzgebung erst 18jährigen vorbehalten sein.

Wählen mit 16 wird auch aus dem Grund negativ gesehen, dass die Jugendlichen in dem Alter noch über zu wenig Lebenserfahrung verfügen würden. Sie würden sich von den Versprechungen der Parteien beeinflussen lassen und sich so eher für die Partei entscheiden, die ihnen am meisten verspricht oder den besten Vorteil aufzeigt. Dies könnte vor allem im Hinblick auf die extremen Parteien zur Gefahr für die Gesellschaft werden. Bei Umfragen vertrauen viele Jugendliche darauf, dass die führenden Parteien schon wüssten, was sie täten und dass die Versprechungen der Parteien Hand und Fuß hätten. Die Jugendlichen würden sich eher für Fernsehen und Computer interessieren und noch nicht so für die Politik und wären demnach auch nicht in der Lage, Probleme objektiv zu sehen. Zudem würden sie sich häufig noch sehr durch Eltern und Medien beeinflussen lassen. Eine eigene politische Meinung wäre daher schwer zu bilden und vor allem auch durchzusetzen.

Weiterführende Informationen:
http://www.taz.de/!53855/
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,764059,00.html
http://www.faz.net/artikel/C30923/bremen-waehlen-ab-16-jahren-moeglich-30076807.html

Foto: sijole / photocase.com

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