Die richtige Matratze für Ihr Kind: unsere Tipps


Für Kleinkinder, die noch gut die Hälfte ihres Lebens im Schlaf zubringen, ist es besonders wichtig, eine bequeme und gesunde Matratze auszusuchen. Die Wirbelsäule verläuft bei der Geburt noch gerade und bildet erst bei Kindern im Alter von acht bis zehn Jahren die spätere S-Form aus. Kinder unter zehn Jahren haben daher andere Ansprüche an ihre Schlafunterlage als Jugendliche und Erwachsene.

Härtegrad und Passform der Matratze

Gerade in den ersten Jahren, wenn sich die Rückenmuskulatur noch bilden und die Wirbelsäule formen muss, soll ein Kind eher hart liegen und darf auf der Matratze nicht zu tief einsinken, da sonst irreparable Wirbelsäulenschäden entstehen können. Nur maximal zwei Zentimeter darf die Matratze in der Liegeposition nachgeben. Um zu verhindern, dass sich die Füßchen zwischen Matratze und Bettrahmen einklemmen können, muss die Matratze entweder exakt passen oder mit einem sogenannten Trittrahmen ausgestattet sein. Dieser Rand schließt genau mit den Seitenwänden oder Gitterstäben und dem Rahmen des Bettchens ab, sodass nichts dazwischen rutschen kann.
Erst wenn das Kind aus dem Grundschulalter herauswächst, kann es nach Belieben eine weichere Matratze bekommen. Aber auch im Jugend- und Erwachsenenalter kommt es natürlich auf Qualität an, um Rückenleiden vorzubeugen. Eine gute Matratze besteht grundsätzlich aus einem festen Kern, der von einer etwas flexiblen Oberfläche umgeben ist.

Durchlässigkeit und Belüftung von allen Seiten

Aus hygienischen Gründen muss die Kindermatratze einen abnehmbaren Bezug haben, der sich bei mindestens 60 Grad waschen lässt. Für Kinder, die zu Hausstauballergien neigen, gibt es auch extra milbendichte Bezüge, die dennoch atmungsaktiv sind.
Lebenswichtig für Kleinkinder ist die ausreichende Sauerstoffzufuhr sowie die Abfuhr des ausgeatmeten Kohlenmonoxids. Wenn die Matratze keine ordentliche Luftzirkulation gewährleistet, entstehen enorme Gesundheitsrisiken durch Bakterien und Schimmelpilze. Falls das Kind auf dem Bauch schläft und die ausgeatmete Luft nicht durch frische, sauerstoffhaltige ersetzt wird, kann sogar die Gefahr des plötzlichen Kindstodes bestehen. Es wird neuerdings vermutet, dass bestimmte Pilze, die sich vor allem in älteren Matratzen ausgebreitet haben, bei Kontakt mit speziellen Verbindungen im Material giftige Gase produzieren und gleichzeitig die Aufnahmefähigkeit der Matratze verringern. Dabei sind auch Matratzen aus Naturmaterialien, wie zum Beispiel aus Kokosfaser, betroffen. Begünstigt wird die Aktivität der Pilze durch Feuchtigkeit und Wärme, die das Kind beim Schlafen zwangsläufig abgibt. Auch Schaffelle stehen im Verdacht, von Pilzen bevorzugte chemischen Verbindungen zu enthalten. Verzichten Sie daher im Babybett auf diese kuscheligen Accessoires.
Nach jüngeren Tests sollen generell Matratzen mit einem Schaumstoffkern Körperwärme und Kohlenmonoxid besser abführen als Modelle mit Latexkern. Inzwischen gibt es auch Kindermatratzen mit ausgeklügelten Kanalsystemen zur Entlüftung. Damit die Matratze von allen Seiten gut auslüften kann, muss sie auf einem Lattenrost liegen, der jederzeit Luftaustausch an der Unterseite zulässt. Die Hauptsache ist aber, dass Ihr Kind auf dem Rücken schläft, denn dann bekommt es garantiert genügend Luft. Wenn es außerdem auf einer neuen Matratze liegt, brauchen Sie sich keine ernsten Sorgen zu machen.

Wo kann man Kindermatratzen kaufen?
Matratzen Sortiment von Knutzen Wohnen
Matratzen Concord
Dänisches Bettenlager
Ikea
Amazon
OTTO

Bekannte Hersteller von Kindermatratzen:
Iris
Zöllner
Paradies
Medisan
Breckle

Materialien für Kindermatratzen

Unabhängig davon, welche Matratze Sie für ein Kind kaufen, sollten Sie sie erst einmal für mehrere Tage gut durchlüften lassen, damit bei der Produktion entstandene Schadstoffe sich verflüchtigen.
Bei den Materialien für Kindermatratzen scheiden reiner Schaumstoff und Latex meistens aus, da sie zu weich sind. Härter und besser liegen kleine Kinder auf Rosshaar- oder Kokosmatratzen, die zugleich mit ihrer Schadstofffreiheit punkten. Auch Kombinationen aus Kokosfasern und Latex bieten eine gute Balance zwischen Liegekomfort und Luftdurchlässigkeit. Zwar nicht aus Naturmaterial gefertigt, aber dafür besonders pflegeleicht sind Kaltschaummatratzen, die außerdem anti-allergisch wirken, da sie Schmutzpartikeln und Allergenen keine Chance geben sich einzunisten.

Da sich der Markt rasant weiterentwickelt und laufend neue Materialkombinationen getestet und eingeführt werden, informieren Sie sich am besten direkt vor dem Kauf noch einmal in den Testberichten unabhängiger Institute oder lassen Sie sich im Fachgeschäft ausführlich beraten.

Weiterführende Quellen und Informationen:
Ökotest Kindermatratzen
Welche Kindermatratzen sind gut? (Stiftung Warentest) bei ksta.de

Bildnachweis: S. Hofschlaeger / pixelio.de