7 Tipps gegen lästiges Sodbrennen in der Schwangerschaft


Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel leiden viele werdende Mütter unter Sodbrennen oder saurem Aufstoßen. Verursacht wird dieses lästige Problem durch Magensäure, die nach oben in die Speiseröhre aufsteigt. Eine Hauptursache für Sodbrennen in der Schwangerschaft ist eine erhöhte Konzentration des Hormons Progesteron, das die Entspannung verschiedener Muskeln in Gebärmutter und Verdauungstrakt bewirken soll. So lockert es auch den natürlichen Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre. Ein zweiter Grund ist das Wachstum des Babys, neben dem jetzt immer weniger Platz für die Organe der Mutter bleibt.
Schwangere sollten keinesfalls verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne vorherige Absprache mit dem Arzt einnehmen. Meistens sind pharmazeutische Produkte auch gar nicht nötig, denn gegen das unangenehme, aber harmlose Sodbrennen helfen fast immer einfache Hausmittel. Oft genügt schon eine Umstellung der Ernährungs- und Essgewohnheiten.

Tipp 1: Nicht zum Essen trinken

Um Platz im Magen zu sparen, sollten Sie in der fortgeschrittenen Schwangerschaft das Trinken lieber auf die Zwischenräume zwischen den Mahlzeiten verlegen. Trinken Sie über den Tag verteilt regelmäßig in vielen kleinen Schlucken und nehmen Sie möglichst Getränke ohne Kohlensäure zu sich. Am besten gewöhnen Sie sich an Wasser und Kräutertees, aber verzichten auf süße Limonaden und Kaffee in großen Mengen.

Tipp 2: Viele kleine Mahlzeiten

Auch die Mahlzeiten sollten jetzt aus mehreren keinen Portionen bestehen, die über den ganzen Tag verteilt werden. Wenn Sie langsam und bewusst essen und immer gründlich kauen, erleichtern Sie Ihrem Magen die Verteilung und Verdauung. Achten Sie außerdem darauf, am späten Abend keine üppigen Speisen mehr zu sich zu nehmen, sondern lassen Sie den Tag lieber mit einer Kleinigkeit ausklingen. Insgesamt sollten Sie Ihre Ernährung auf fettarme und nicht zu stark gewürzte Kost umstellen.

Tipp 3: Säurelocker vermeiden

Einige Lebensmittel und Getränke begünstigen das Sodbrennen noch, da sie die Bildung der Magensäure ankurbeln. Auf Kaffee, Süßigkeiten, Essig und Erdnüsse sollten Sie daher weitgehend verzichten. Auch zu viel Obst kann zu einer Übersäuerung führen, ebenso wie Alkohol, den Sie als Schwangere aber ohnehin nicht trinken sollten. Empfehlenswertes Essen und Trinken hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammengetragen. Einen Ernährungsplan für Schwangere findet sich hier.

Tipp 4: Sitzen statt liegen

Die richtige Körperhaltung kann dazu beitragen, dass Speisen leichter in den Magen rutschen. Anstatt sich zum Ausruhen zwischendurch flach auf dem Rücken zu legen, setzen Sie sich lieber häufiger mit aufrechtem Oberkörper hin. Zum Schlafen können Sie ein zusätzliches Kopfkissen benutzen oder das Kopfteil des Bettes erhöhen, um den Oberkörper in einen sanften Neigungswinkel zu bringen.

Tipp 5: Hilfreiche Lebensmittel

Als Helfer gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft werden die unterschiedlichsten Lebensmittel angepriesen, die jeder selbst ausprobieren sollte. Denn nicht jedes Mittel wirkt bei jeder Frau gleichermaßen effektiv. Kauen Sie Haferflocken oder Reiswaffeln oder versuchen Sie es mit Haselnüssen und Mandeln, um den Magen zu beruhigen. Auch ein Löffel Senf nach dem Essen gilt als Geheimtipp, der aus nicht geklärten Gründen vielen Schwangeren hilft. Einige erfahrene Mütter schwören auf gekochte Kartoffeln, andere auf rohe Möhren. Bei manchen lässt das Sodbrennen schnell nach, wenn sie langsam ein Glas Milch getrunken haben.

Tipp 6: Kräutertees gegen Sodbrennen

Bestimmte Kräuter, die sich allein oder in Kombination gut als Tee zubereiten lassen, können dabei helfen, die Produktion der Magensäure zu drosseln. So gehören Süßholzwurzel, Anis und Kümmel zu den wirkungsvollsten Säureblockern, ebenso können Fenchel und Eibischwurzel helfen. Eine gute Auswahl an medizinischen Kräutertees finden sich beim Online Anbieter nu3.

Tipp 7: Akupressur

Ein weiterer Tipp gegen saures Aufstoßen ist ein lang anhaltender Druck auf den sogenannten Magenpunkt. Dieser Punkt liegt im Handteller etwa einen Zentimeter von der Stelle entfernt, an der die Linien in Richtung Gelenk zusammentreffen. Legen Sie den Daumen Ihrer einen Hand auf diese Schnittstelle in der anderen Hand und bewegen Sie ihn ein Stück in Richtung Daumen. Nun drücken Sie kräftig für mindestens 30 Sekunden. (Quelle)

Im Normalfall müssen Sie sich bei Sodbrennen keine Sorgen machen, auch wenn Sie vor der Schwangerschaft noch nie davon betroffen waren. Falls es aber besonders stark wird oder Sie ständig belastet und Sie mit Hausmitteln keine Besserung erreichen, scheuen Sie sich nicht, sich von einem Arzt beraten zu lassen. Es gibt durchaus Medikamente, die selbst für Schwangere risikolos und gut verträglich sind. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich tatsächlich nur um das harmlose Sodbrennen handelt, oder vielleicht doch eine andere Komplikation vorliegt, gehen Sie lieber einmal zu oft als einmal zu wenig zum Arzt.

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