6 Tipps: So bringt man einem Kind das Schwimmen bei


Grundschüler der früheren Generationen hatten alle in der ersten Klasse Schwimmunterricht und bekamen meistens im Alter von sechs oder sieben Jahren das Freischwimmerabzeichen. Heute findet der Schwimmunterricht häufig erst in der dritten Klasse statt. Nur noch 50 % der Kinder erreichen zum Ende der Grundschulzeit den Freischwimmer, und viele von ihnen können dann noch längst nicht sicher schwimmen. Da Kinder im Vorschul- und Grundschulalter noch spielend leicht schwimmen lernen können, sollten Sie als Eltern den günstigen Zeitpunkt nicht verpassen. Wenn Ihr Kind am liebsten mit Gleichaltrigen zusammen übt, können Sie es in einem Schwimmkurs anmelden, der für Kinder ab vier Jahren empfohlen wird. Sofern Sie genug Zeit und Geduld haben, ist es aber natürlich noch schöner, wenn Sie selbst Ihr Kind bei diesem Abenteuer begleiten.

Tipp 1: Von Anfang an die Angst vor dem Wasser nehmen

Erste Schwimmkurse werden schon für Babys im Säuglingsalter angeboten. Auch wenn hier die Kleinkinder noch nicht wirklich schwimmen lernen, nimmt die frühe Gewöhnung schon einmal die Scheu vor dem kühlen Nass. Am besten lassen Sie Ihr Kind von Beginn an regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommen. Ab etwa zwei Jahren kann es schon versuchen, sich mit Schwimmflügeln an der Oberfläche treiben zu lassen. Dabei entwickelt es nicht nur ein Gefühl für die Bewegung und Tragfähigkeit des Wassers, sondern macht mit dem Strampeln auch schon erste Vorübungen für die spätere Beinarbeit.

Tipp 2: Spielerisch an das nasse Element gewöhnen

Bevor Ihr Kind schwimmen kann, hat es trotzdem schon Spaß daran, am Wasser zu spielen und zu planschen, am liebsten mit tollem Spielzeug. Sandförmchen, Kescher, Schiffchen oder witzige Schwimmfiguren zum Aufziehen machen jeden Aufenthalt am Strand oder im Freibad zum Erlebnis. Und wenn das Kind dabei Erwachsene und ältere Kinder beim Schwimmen, Springen und Tauchen beobachtet, will es bald unbedingt mitmachen.

Tipp 3: Das richtige Alter abpassen

Die meisten Kinder haben mit fünf oder sechs Jahren die nötigen motorischen Fähigkeiten entwickelt, um die Arm- und Beinbewegungen beim Brustschwimmen zu koordinieren.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind schon weit genug ist, können Sie sich an seinen Fortschritten beim Radfahren orientieren. Spätestens, wenn es sich ohne Stützräder souverän im Sattel hält, wird es auch im Wasser gut zurechtkommen.

Tipp 4: Praktische Hilfsmittel zum Schwimmen lernen

Die traditionellen Schwimmflügel sind für den Anfang eine gute Hilfe, um die Vorwärtsbewegung mit den Beinen zu üben. Um das Kind die richtige, waagerechte Schwimmhaltung näher zu bringen, eignet sich dann ein Schwimmbrett, auf das es den Oberkörper legen und sich über das Wasser gleiten lassen kann.
Denken Sie aber daran, dass für Kinder unter vier Jahren selbst knietiefes Wasser zum Verhängnis werden kann, da ihr Gleichgewichtssinn noch nicht voll entwickelt ist. Wenn der Kopf unter Wasser gerät, schaffen die Kleinen es noch nicht, von selbst wieder an die Oberfläche zu finden. Lassen Sie ein Kind, das noch nicht sicher schwimmt, daher auch mit Hilfsmitteln niemals unbeaufsichtigt!

Tipp 5: Vorübungen zum Brustschwimmen

Trainieren Sie die Bewegungen der Arme und Beine mit Ihrem Kind zuerst nacheinander auf dem Trockenen. Dann kann sich das Kind mit dem Oberkörper auf das Schwimmbrett legen, während Sie es von hinten anschieben, damit es sich die richtige Haltung angewöhnt. Nach und nach kann es versuchen, sich mit Beinbewegungen allein vorwärts zu bringen. Eine gute Vorübung ist auch das Abstoßen vom Beckenrand oder von der Treppe: Das Kind soll in Bauchlage die Arme vorstrecken und sich dann mit den Füßen kräftig Anschwung geben. Nach einigen Versuchen wird es schon ein ganzes Stück waagerecht über das Wasser gleiten können. Um dem Kind die Angst davor zu nehmen, das Gesicht aufs Wasser zu legen, üben Sie mit ihm auch das Luftanhalten und Untertauchen.

Tipp 6: Geduld haben und keinen Druck ausüben

Egal wie lange Ihr Kind braucht, um endlich schwimmen zu lernen, setzen Sie es keinesfalls unter Druck. Am wichtigsten ist, dass Sie über die Jahre immer wieder mit ihm ins Schwimmbad gehen und das Interesse weiter wachhalten, wenn das Kind seine ersten Bahnen gezogen hat. Denn auch wenn der Freischwimmer geschafft ist, braucht das Kind noch einige Jahre Übung, bis es sich im Wasser wirklich sicher bewegt.

Video Anleitung für das Brustschwimmen

Foto: jp.janawersch / pixelio.de