6 Kriterien nach denen Kindergartenplätze vergeben werden


Die Vergabe von Kindergartenplätzen ist nicht bundesweit einheitlich geregelt, sondern jede Einrichtung legt nach den groben Vorgaben ihrer Kommune selbst fest, nach welchen Kriterien sie die Plätze vergibt. Vor allem in kirchlichen Kindergärten können Besonderheiten gegenüber den staatlichen oder privaten Einrichtungen gelten.

Das Bundesverfassungsgericht entschied im Jahr 1996, dass jedes Kind ab drei Jahren einen Anspruch auf Halbtagsbetreuung in einem Kindergarten hat. Daraus folgt jedoch nicht, dass genau die Einrichtung, die den Eltern am liebsten ist oder die am nächsten an der Wohnung liegt, das Kind aufnehmen muss. Nur wenn sich auf eigene Initiative kein Platz findet, muss das zuständige Jugendamt sich darum kümmern, eine zumutbare Unterbringung zu vermitteln. Als "zumutbar" wird dabei zumeist angesehen, wenn der Kindergarten innerhalb einer halben Stunde Fahrtzeit erreichbar ist.

1. Berufstätigkeit der Eltern

Fast alle Einrichtungen bevorzugen Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind oder die von einem alleinerziehenden Elternteil betreut werden. Wenn dagegen ein Elternteil zu Hause ist, wird es im Normalfall nicht zu begründen sein, warum der Platz erforderlich sein sollte.

2. Alter des Kindes

Kinder im höheren Alter werden meistens vorrangig berücksichtigt, damit sie bis zur Einschulung noch ausreichend Zeit für die Förderung im Kindergarten bekommen. Kinder unter vier Jahren rutschen dagegen oft auf die hinteren Plätze der Warteliste.

3. Geschwister im gleichen Kindergarten

Viele Kindergärten tragen dem Umstand Rechnung, dass sich der Zeitaufwand für die Eltern erheblich reduziert, wenn mehrere Kinder dieselbe Einrichtung besuchen. Schließlich lassen sich dann die Hin- und Rückfahrten sowie organisatorische Gespräche auf einem Weg erledigen.

4. Vorrecht für Zugezogene

Die meisten Kindergärten nehmen bevorzugt Kinder auf, die neu in die Gemeinde gezogen sind, weil diese keine Chance hatten, sich frühzeitig anzumelden und über eine Warteliste vorzurücken. Außerdem entsteht bei diesen Kindern sonst oft eine Betreuungslücke, wenn sie zuvor schon in einem anderen Kindergarten untergebracht waren.

5. Wechsel aus der Kita

Einrichtungen, die mit einer Kindertagesstätte verbunden sind, erleichtern ihren Kita-Besuchern häufig den direkten Übergang in den Kindergarten.

6. Engagement der Eltern

In einigen Kindergärten kommt es darauf an, ob und in welchem Umfang sich die Eltern aktiv beteiligen. Kirchliche Einrichtungen können ihre Entscheidung außerdem davon abhängig machen, ob die Eltern Mitglieder in der jeweiligen Kirchengemeinde sind. Die hauptsächlich privat organisierten Kindergärten sind oft besonders stark auf eigene Leistungen der Eltern angelegt, die bei gemeinsamen Arbeitseinsätzen zum Beispiel den Garten pflegen und die Gebäude in Schuss halten sollen. Wer bereit ist, sich zu engagieren, hat immer die besseren Aussichten auf einen Platz.

Bildnachweis: S.v.Gehren / pixelio.de