5 Tipps für ein kindersicheres Zuhause


Gerade für Kleinkinder steckt ein Haushalt voller Gefahren, die sich Erwachsene nicht immer bewusst machen. Brände und Stürze gehören zu den häufigsten Ursachen für Kinderunfälle in Deutschland, aber in einer ganz normalen Wohnung kann sich ein Kind auch Vergiftungen, Verbrennungen oder Schnittwunden zuziehen. Um sich vor Augen zu führen, welche Risiken die eigenen vier Wände bereithalten, können Sie sich einmal selbst auf allen Vieren auf Entdeckungsreise begeben und Ihr Zuhause mit Kinderaugen betrachten. Gerade bei der Begutachtung von Wohnungsangeboten infolge von zukünftigen Nachwuchs, sollten Sie unsere nachfolgenden Tipps beherzigen und der Wohnungswahl im Hinterkopf behalten.

Tipp 1: Sturz- und Verletzungsrisiken minimieren

Kinder toben nicht nur gern, sondern sind in ihren Bewegungen auch noch ungeschickt. Auf glatten Böden, wie Parkett, Laminat oder Fliesen, empfehlen sich rutschsichere Noppensocken oder Hausschuhe mit profilierter Sohle. Erhöhte Sturzgefahr bergen offene Treppenhäuser, die Sie am besten mit Treppengittern schließen. Scharfe Kanten an Möbelstücken sollten Sie mit Gummiaufsätzen bestücken, bei der Neuanschaffung von Mobiliar achten Sie gleich auf abgerundete Ecken. Damit sich das Kind nicht an Türen klemmen kann, bringen Sie Türstopper an den nötigen Stellen an. Verzichten Sie möglichst auf alle losen Heimtextilien, denn herunter hängende Tischdecken oder Gardinenschnüre sind für Kinder geradezu eine Herausforderung, daran zu ziehen und sich zu verheddern oder sich sogar eine Schlinge um den Hals zu legen.

Tipp 2: Gefahren durch Feuer und Elektrizität vermeiden

Wohnungsbrände sind für Kinder besonders gefährlich, weil sie noch nicht vernünftig reagieren können. Kleinkinder neigen vielmehr dazu, sich bei Feuer zu verstecken, anstatt sofort nach draußen zu laufen. Eine kindersichere Wohnung sollte daher über Rauchmelder verfügen. Achten Sie außerdem darauf, dass keine Feuerzeuge, Streichhölzer etc. in Reichweite des Kindes liegen, und sichern Sie offene Steckdosen mit Schutzkappen. Damit keine Kabel herumhängen, ziehen Sie aus nichtbenutzten Geräten immer die Netzstecker heraus und rollen Sie die Kabel ordentlich auf.

Tipp 3: Verschluckbare Kleinteile, Arzneimittel und Plastiktüten wegräumen

Kleinkinder nehmen gern alles, was sie finden, in den Mund und können an stecken bleibenden Teilen ersticken. Besondere Gefahren für Speiseröhre und Darm gehen außerdem von Batterien und Magnetspielzeugen aus, die Sie unbedingt außerhalb der Reichweite lagern sollten. Natürlich dürfen Kinder auch keinen Zugriff auf Medikamente oder sonstige Giftstoffe haben, die in einen abgeschlossenen und möglichst hoch angebrachten Arzneischrank gehören. Denken Sie auch daran, Plastiktüten kindersicher wegzusperren, da Erstickungsgefahr besteht, wenn sich ein Kind eine Tüte über den Kopf zieht.

Tipp 4: Risiken in der Küche verringern

In der Küche bilden nicht nur Herd und Backofen Gefahrenquellen, sondern auch Messer, Scheren, andere scharfkantige Gegenstände und Elektrogeräte. Überlegen Sie, ob Sie im Geschirrspüler womöglich Messer in Reichweite abgelegt haben. Schließen Sie am besten die Tür des Geschirrspülers so, dass das Kind sie nicht allein öffnen kann, und sorgen Sie notfalls dafür, dass aus den Besteckkästen zumindest keine Spitzen nach oben ragen. Bewahren Sie alle gefährlichen Geräte in hoch angebrachten Schränken auf. Solange Ihr Kind die Gefahren noch nicht einschätzen kann, lassen Sie es in der Küche niemals unbeaufsichtigt.

Tipp 5: Kinder immer im Auge behalten

Wenn Sie im Haushalt arbeiten, hantieren Sie bestimmt mit gefährlichen Gegenständen, wie Bügeleisen, Mixer oder Brotschneidemaschine. Um ein Kleinkind auch dabei immer im Blick zu behalten, können Sie es in den altbewährten Laufstall setzen. Sobald Sie einen Raum mit solchen Gefahrenquellen dann nicht mehr nutzen, schließen Sie ihn am besten ab.

Sobald Ihr Kind etwas älter und verständiger ist, versuchen Sie, ihm die Gefahren anschaulich zu machen und ihm zu erklären, warum es sich von Hitze, Feuer und bestimmten Geräten fernhalten soll. Üben Sie mit ihm Schritt für Schritt die gefährlichen Tätigkeiten, wie etwa Schneiden oder Tee eingießen, und schärfen Sie ihm ein, dass es diese nur im Beisein eines Erwachsenen ausführen darf.

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