10 Schlafregeln und Tipps für Babys


baby-beim-schlafenDass Babys nicht von Anfang an die ganz Nacht durchschlafen, ist völlig normal. Erst im Laufe der Zeit entwickeln sie einen Schlafrhythmus, der sich dem Tag- und Nachtwechsel angleicht. Versuchen Sie langsam und mit Geduld, Ihrem Kind zu einem guten und entspannten Schlaf zu verhelfen, der auch Ihnen die nötige Nachtruhe bringt. Die folgenden Tipps können dabei helfen, dass Ihr Kind schneller durchschläft.

Tipp 1: Schlaffenster abpassen

Am leichtesten schläft ein Baby ein, wenn es sein sogenanntes Schlaffenster erreicht hat, also richtig müde ist. Wenn Sie diesen müden Punkt verpasst haben, wird das Kind wieder munterer, und Ihre Bemühungen, es zu beruhigen, haben in der nächsten knappen Stunde meistens keinen Sinn. Erst nach 50 bis 60 Minuten macht sich die Müdigkeit wieder breit, und dafür ist das Kind dann erst recht bettreif. Einige Babys können schön nach der ersten Müdigkeitsphase gut durchschlafen, andere brauchen oft noch einen Anlauf. Verpassen Sie die Zeitfenster aber nicht zu häufig, denn wenn das Kind völlig übermüdet ist, wird es leicht überdreht und hat dann noch mehr Probleme mit dem Einschlafen.

Tipp 2: Geregelter Rhythmus

Gewöhnen Sie Ihr Kind so früh wie möglich an feste Schlafenszeiten und einen insgesamt geregelten Tagesablauf. Orientieren Sie sich aber dabei auch an den Schlafbedürfnissen des Kindes. Wenn es zu einer bestimmten Zeit immer hellwach ist und zu einer anderen müde, stellen Sie Ihren Tagesablauf möglichst darauf ein und halten ihn dann konsequent durch.

Tipp 3: Abstand zum Mittagsschlaf halten

Damit Ihr Kind abends müde ist, darf es nicht zu spät sein Mittagsschläfchen beenden. Zwischen dem letzten Tagesschlaf und dem abendlichen Einschlafen sollten mindestens vier Stunden liegen. Wenn Ihr Baby nachmittags nicht rechtzeitig von selbst wach wird, wecken Sie es lieber, um es an den Rhythmus zu gewöhnen.

Tipp 4: Nuckelgewohnheiten ablegen

Die meisten Babys werden beim Nuckeln automatisch müde und können direkt an der Brust wunderbar einschlafen. Nach den ersten Lebensmonaten empfiehlt es sich aber, das Kind langsam vom Nuckel als Einschlafhilfe zu entwöhnen. Vollziehen Sie lieber eine Trennung von Essen und Schlafen, damit Ihr Kind nicht dauerhaft das Nuckeln braucht, um einschlafen zu können.

Tipp 5: Eine Stunde Vorlauf

Schon eine Stunde vor der Schlafenszeit sollten Sie die Aktivität drosseln, um das Kind in den Ruhezustand zu versetzen. Wildes Toben oder laute Musik gibt es direkt vor dem Schlafengehen nicht mehr. Dem Kind hilft es beim Eingewöhnen in den Rhythmus auch, wenn Sie die Schlafenszeit vorher ankündigen. Sagen Sie Ihm eine Stunde vorher Bescheid und erinnern Sie es dann noch einmal 10 Minuten vor dem Zubettgehen.

Tipp 6: Tag und Nacht unterscheiden

Ein Baby muss zuerst lernen, Tag und Nacht zu unterscheiden, und sich dann langsam daran gewöhnen, den Nachtschlaf auszudehnen. Das Kind kann diesen Unterschied am besten begreifen, wenn es bei seinem Tagesschläfchen nicht in einem abgedunkelten Raum liegt. Nachts dagegen sollten Sie auf Licht und laute Geräusche so weit wie möglich verzichten. Für den Fall, dass das Baby nachts Hunger bekommt, können Sie ein Fläschchen bereithalten und es kurz im Dunkeln füttern, damit es gleich wieder einschläft.

Tipp 7: Kurzes Schlafritual

Ein Schlafritual erleichtert Kindern den genussvollen Übergang ins Land der Träume, und am schönsten ist natürlich eine Gutenacht-Geschichte. Achten Sie aber darauf, dieses Ritual auf eine kurze Zeitspanne zu begrenzen. Bei Kleinkindern sind 10 Minuten genug, Kindergartenkinder sollten maximal 30 Minuten Unterhaltung bekommen.

Tipp 8: Hunger in der Nacht vermeiden

Oft lässt sich schwer unterscheiden, ob das Baby nachts wach wird, weil es Hunger hat, oder durch Geräusche geweckt wurde oder einfach seinem Rhythmus folgt. Versuchen Sie, es bei der letzten Mahlzeit vor dem Schlafengehen so reichhaltig zu füttern, dass es lange satt bleibt. Falls es beim Trinken einschläft, können Sie es zur Not noch einmal wecken, damit es genug auftankt. Mit der Zeit werden Sie beim Lauschen herausfinden können, warum Ihr Baby sich nachts meldet.

Tipp 9: Allein einschlafen üben

Am besten können die Kinder durchschlafen, die schon früh gelernt haben, allein einzuschlafen. Denn wenn Mama oder Papa beim Einschlafen immer dabei sind, erschrickt das Baby, wenn es nachts aufwacht und plötzlich allein ist. Wenn dieses Schockerlebnis ausbleibt, weil das Kind von Anfang an allein war, kann es leichter weiterschlafen. Der günstigste Zeitpunkt, um das Alleinschlafen zu lernen, soll zwischen der sechsten und zwölften Lebenswoche liegen. Versuchen Sie also in diesem frühen Stadium schon einmal, das Kind allein in sein Bettchen zu legen.

Tipp 10: Schlafen ist schön!

Im Gegensatz zu Erwachsenen verstehen Kinder den Schlaf nicht als puren Genuss, sondern wollen grundsätzlich nicht ins Bett. Vielleicht schaffen Sie es, Ihrem Kind das Schlafen von Beginn an als etwas Schönes schmackhaft zu machen. Setzen Sie Schlaf nie als Drohung ein: "Wenn Du nicht brav bist, musst Du ins Bett". Schaffen Sie Ihrem Baby lieber eine rundum angenehme Schlafatmosphäre, in die es sich gern entspannt einkuschelt.

Vergessen Sie nicht, dass jedes Kind verschieden ist und zu unterschiedlichen Zeiten seinen Schlafrhythmus findet. Das Wichtigste ist, dass Sie sich und das Kind nicht unter Druck setzen. In den ersten Monaten besteht die größte Gefahr darin, dass die Anspannung der übermüdeten Mutter sich auf das Baby überträgt, und das Schlafen dann noch schwieriger wird. Versuchen Sie selbst, Ihre Gelassenheit zu bewahren und trösten Sie sich immer damit, dass sich das Schlafproblem in kurzer Zeit von allein erledigen wird. Denn wenn das Kind etwas älter ist, krabbelt, klettert und den ganzen Tag an der frischen Luft tobt, wird es abends erschöpft in sein Bettchen fallen und selig schlummern.

Bildnachweis: Sandra Werner / pixelio.de